Anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht beschäftigten sich am 09. November rund 30 Löwenfans mit der Frage, was geschah während den Novemberpogromen in Giesing?

Während einem Rundgang durchs Viertel wurden verschiedene Orte besucht und einzelne Biographien beleuchtet.

Nachdem Walter Nickmann vom NS-Dokumentationszentrum München einen inhaltlichen Einstieg zur Thematik gab, ging es in Richtung Perlacher Straße. Wo heute nur Wohnhäuser zu sehen sind, befand sich Anfang der 1940er Jahre ein Barackenlager für Zwangsarbeiter. Nur die Bilder aus der damaligen Zeit lassen erkennen, was sich dort abspielte. Die nächste Station war die ehemalige Möbelfabrik Ballin in der Deisenhofener Straße.

An der Kreuzung zur Tegernseer Landstraße wurde das ehemalige Kaufhaus Leiter, die Tela Post sowie die Schicksale verschiedener Giesinger Widerstandskämpfer thematisiert.

Vor dem Wohnhaus von Julius Gerstle, ein ehemaliger Leichtathlet und Mitglied des TSV 1860 München, wurde sich mit dem Umgang jüdischer Vereinsmitglieder und der Historie der Löwen befasst.

Weitere Stationen waren das ehemalige Kaufhaus Klein, das Wohnhaus der politisch Verfolgten Gottlieb und Lotte Branz, sowie die Feldmüllersiedlung.

Vor der Heilig Kreuz Kirche wurde Giesing als ehemaliges Arbeiter- und Widerstandsviertel thematisiert. Anhand der Erläuterungen von Walter Nickmann wurde deutlich, warum es den Nazis wichtig war ausgerechnet hier Stärke und Macht zu demonstrieren. An einer heute eher unscheinbaren Mauer vor der Ichoschule befand sich beispielsweise während der NS Terrorherrschaft das große Freikorpsdenkmal, dass den Giesingern den Sieg gegenüber den Kommunisten deutlich machen sollte.

Die letzte Station war das ehemalige Kaufhaus der jüdischen Familie Feuchtwanger. In der Nacht des 09. November 1938 wurde das Kaufhaus komplett verwüstet und die Brüder Max und Sigmund Feuchtwanger nach Dachau deportiert.

Anschließend wurde sich im Fanheim bei einer warmen Suppe über den Rundgang und verschiedenen Schicksalen ausgetauscht.

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