Das letzte Auswärtsspiel bei Fortuna Köln wurde von einer Gruppe Löwenfans genutzt, um neben der Nullnummer im Südstadion und dem üblichen Sightseeing der Rheinmetropole auch verstecktere Orte, abseits des Doms und den Brauereien zu besichtigen. 
In dem angesagten Kölner Stadtteil Ehrenfeld ging man gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des Kölner NS-Dokumentationszentrum
 auf Spurensuche der beiden Widerstandsgruppen: „Edelweißpiraten“ und „Navajos“. Mehrere Wandgemälde und Gedenktafeln erinnern noch heute an die rebellischen Jugendlichen von damals. 

Hinter den Begriffen „Navajos“ und „Edelweißpiraten“ verbergen sich Gruppen von Jugendlichen, die es aus unterschiedlichen Gründen in den Jahren der NS-Herrschaft ablehnten, sich dem Alleinvertretungsanspruch der „Hitlerjugend“ unterzuordnen.  

Während die„Navajos“ zwischen 1934 und 1938 aktiv waren und hauptsächlich das gemeinsame Singen von Liedern und Ausflüge am Wochenende im Mittelpunkt des Interesses standen, traten die Edelweißpiraten ab 1942 in den Vordergrund.

In der Anfangszeit hatten sie noch kein ausgeprägtes politisches Bewusstsein, sondern versuchten nur, sich in einer Zeit von Krieg und Unterdrückung einen Rest an Freiheit und Selbstbestimmtheit zu bewahren.
Doch mit ihrem Unabhängigkeitsstreben und ihrem renitent-provokativen Auftreten geraten sie schnell in Konflikt mit dem Nazi Regime. Was mit romantischen Fahrten und Lagerfeuerabenden, mit übermütigen Keilereien gegen die HJ begonnen hatte, wurde zum blutigen Ernst, als sich SS und Gestapo der Jugendlichen annahmen und verfolgten.
Vor diesem Hintergrund vollzogen sie den Schritt von der jugendlichen Rebellion zum politischen Widerstand.
So führte der Weg der Edelweißpiraten bis in die Folterkeller der Gestapo.

Im Anschluss an den Stadtrundgang besuchten wir das EL-DE Haus, das ehemalige Gestapo Quartier. Im Keller befand sich das Gestapo Gefängnis in dem unter anderem Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer und somit auch Mitglieder der Edelweißpiraten inhaftiert wurden.

Es war ein spannender und abwechslungsreicher Sonntagvormittag, abseits des Kölners Adventstrubels.

   

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