DAS PROJEKT

Die Idee eine Bildungsreise nach Oświęcim zu den KZ Gedenkstätten von Auschwitz zu organisieren, existiert in den Köpfen des Fanprojektteams und der beiden Münchner Fanszenen bereits eine ganze Weile. So hat das Fanprojekt München bereits seit vielen Jahren eine Kooperation mit der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ Gedenkstätte Dachau, um dort fußballbezogene Führungen anbieten zu können. Die meisten dieser Führungen finden für auswärtige Fanprojekte und deren jugendliche Fußballfans von z.B. Borussia Dortmund, Arminia Bielefeld oder Schalke 04 statt, im Rahmen ihrer Auswärtsspiele gegen eine der Münchner Vereine. Stets wird in diesen Führungen der Bezug zu dem jeweiligen Verein und seiner Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus hergestellt, um die jugendlichen Fußballfans für die Themen „Rassismus“, „Diskriminierung“ und „Antisemitismus“ zu sensibilisieren. Aufgrund dem Interesse der beiden Fanszenen werden ebenfalls im Rahmen eigener Auswärtsspiele verschiedene Gedenkstätten in Deutschland, wie beispielsweise die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, von den Fangruppen gemeinsam mit dem Fanprojekt besucht.

Darüber hinaus gibt es eine enge Verbundenheit des Fanprojekt München zur Initiative „!Nie Wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“. Diese 2005 in der Evangelischen Versöhnungskirche von Dachau gegründete Initiative ruft immer rund um den 27. Januar im Zusammenspiel mit der DFL und dem DFB zu einem Aktionsspieltag in Gedenken an die Befreiung der Konzentrationslager in Auschwitz auf. Seither haben sich auch sowohl die „Schickeria München“ als auch die „Löwenfans gegen Rechts“ regelmäßig mit eigenen Aktionen am oder abseits des Spieltags Geschehen an diesem Erinnerungstag im deutschen Fußball beteiligt.

Als entscheidende Schritte, um ein Erinnerungsprojekt jeweils mit den beiden Fanszenen in München durch zu führen, können zwei Fortbildungen im März 2016 angesehen werden. Zwei Mitarbeiter des FP München besuchten im Rahmen eines DFL-Workshops die Gedenkstätten in Oświęcim/ Auschwitz. Ein weiterer Mitarbeiter nahm an einer Fortbildung der LAG NRW Fanprojekte für Gedenkstättenpädagogik in der KZ Gedenkstätte Mittelbau-Dora teil. Mit den Erfahrungen der beiden Fortbildungen und dem ohnehin vorhandenen Interesse in den Münchner Fanszenen wurden im weiteren Verlauf von 2016 erste Überlegungen für die Realisierung von Fahrten nach Oświęcim zusammen mit den beiden Vereinen angestellt. Da die Unterkünfte vor Ort bereits über ein Jahr im Voraus ausgebucht sind, gestaltete sich die Terminfindung als durchaus schwierig. Somit verzögerte sich die weitere Planung des Projektes bis ins Frühjahr 2017. Schließlich bekam man Terminzusage für das Frühjahr 2018 für jeweils einen roten und einen blauen Termin. Daraufhin erarbeitete das FP München ein entsprechendes Konzept für einen Projektantrag bei PFIFF, einem Sonderpool der DFL zur Förderung innovativer Fußballfankultur, der die Finanzierung der beiden großen Fahrten nach Oświęcim absichern soll. Im Juni/ Juli 2017 erfolgte die Zusage der Projektfinanzierung durch PFIFF und so beginnt die Reise des Projektes „In Farben getrennt – in Erinnerung vereint“…