DFL Workshop in Oświęcim

Im Rahmen einer fünftägigen Fortbildung der DFL (Deutsche Fußball Liga) haben zwei Fanbeauftragte der beiden Münchner Vereine und zwei Mitarbeiter*innen des Fanprojekt München vom 22. -26. März 2016 an einer Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim/ Auschwitz teilgenommen. Ziel der Fahrt war es Mitarbeiter*innen von Fanprojekten sowie Fanbeauftragte verschiedener Vereine der 1. & 2. Bundesliga über Inhalte und Möglichkeiten zu informieren und darin zu bestärken, um eine Gedenkstättenfahrt für Fans am eigenen Standort durch zu führen.

Nach der Ankunft in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim bestand die Möglichkeit, die Innenstadt und Umgebung anzuschauen, um sich einen ersten Überblick über den Ort Oświęcim zu verschaffen.
Am nächsten Tag wurden das städtische Museum und die daran angeschlossene Synagoge besucht, welche über das jüdische Leben und den Holocaust in Oświęcim aufklären. Ein abschließender Rundgang durch das ehemalige jüdische Viertel der Stadt rundete den Vormittag ab. Nachmittags gingen wir von der Bildungsstätte zu Fuß in die Konzentrationslager Gedenkstätte Auschwitz I, das sich am Rande der Stadt befindet. Dort erhielten wir eine sehr ausführliche und aufschlussreiche Führung von zwei Guides durch das Stammlager.
Am folgenden Tag besuchten wir am Vormittag, als eine der ersten Gruppen des Tages, die Gedenkstätte des Vernichtungslagers Auschwitz II Birkenau. Auch hier führten uns die Guides vom Vortag durch das ehemalige Lager und verstanden es sehr gut, uns in eindringlichen Worten das dort Geschehene rund um die industrielle Vernichtung der Juden und anderer ethnischer Gruppen durch die Nazis näher zu bringen. Nachmittags gab es Workshops und Vorträge zu Methoden und organisatorischen Inhalten zur Durchführung einer solchen Gedenkstättenfahrt. Am letzten Tag der Weiterbildung hatten wir das große Glück mit einer polnischen Zeitzeugin sprechen zu können, die uns offene Fragen zum Thema Auschwitz II Birkenau beantworten konnte. Weiterhin erzählte sie von ihrer Verhaftung, dem Lagerleben und den Todesmärschen. Es war eine lebendige und ergreifende Geschichte einer Überlebenden.

Den individuellen Abschluss dieser sehr ereignis- sowie erkenntnisreichen Tage gestalteten wir mit einem kurzen Besuch der Stadt Krakau, bevor wir die Heimreise nach München antraten.

Diese Fortbildung kann als Initialzündung für das Projekt „Erinnerung Vereint“ angesehen werden, um gemeinsam mit den Vereinen und den Fanszenen Münchens zwei Bildungsreisen zu diesem sehr geschichtsträchtigen Ort anbieten und durchführen zu können.